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VORTRÄGE
Ambulante und stationäre spezialisierte Palliativversorgung
Wo stehen wir und was sind die Perspektiven?
Bericht zur spezialisierten Palliativversorgung
8. Potsdamer Hospiztag
im Rahmen der 3. brandenburgischen Hospizwoche
Thema: Pflegen, Behandeln, Begleiten – Vom Miteinander am Lebensende
18.Juni 2010
Bericht der Ehrenamtlichen zum 8. Potsdamer Hospiztag
Auf dem Weg
Warum gehen Menschen zum Hospiztag? Weil sie keinen Fußball mögen?
Die, die es doch tun, hatten eine Entscheidung zu treffen am 18.5., dem Tag der Hospizbewegung und gleichzeitig dem Tag des Gruppenspiels bei der Weltmeisterschaft, Deutschland gegen Serbien. Vor Ort beim Hospiztag waren wohl nicht nur Fußballgegner, was die häufigen Nachfragen nach dem Spielstand vermuten ließ, aber einige von denen, die in beide Richtungen interessiert sind, blieben sicher zu Hause, was dem Treffen einen etwas kleineren, fast familiären Rahmen verlieh.
Aber auch das ist so bezeichnend- wir können nur an einem Ort sein und uns von etwas einnehmen lassen, und dazu müssen wir eine Entscheidung treffen, solange wir die Freiheit zur Wahl noch haben. Sie zu besitzen ist ein kostbares Gut, sie zu verlieren vielleicht eine unserer elementarsten Ängste. Vielleicht ist dies auch ein Grund zum Hospiztag zu gehen. Der Versuch, die wenig populäre, von uns ferngehaltene, angstbesetzte, keine öffentliche Stimme innehabende letzte Lebensphase ein Stück aus ihrer Fremde und von diffusen Befürchtungen belasteten Sphäre auszulösen. Wir begegnen dem, wovor wir uns im Grunde fürchten. Eine Taktik, die wir verbreitet und erfolgreich im Leben anwenden, um uns innerlich vorzubereiten. Indem wir uns den Dingen annähern und sie uns vertraut machen, sie mit Gedanklichkeit und Besprechbarkeit versehen, nehmen wir ihnen auch gleichzeitig etwas von ihrem Schrecken und machen sie für uns gefühlt beherrschbarer.
Unsere Spezies hat oft das Bedürfnis wissen zu wollen, was auf sie zukommt und beim Thema Sterben haben wir das Gefühl , nicht die Chance zu bekommen hinter das Geheimnis zu gelangen. Sicher, weil es ein nicht festgelegtes, ganz einmaliges Erlebnis ist, dass sich schon dadurch stark von allen bekannten Eindrücken des Lebens abgrenzt, da es im Gegensatz dazu sich nicht wie üblich auf Entwicklung und Wachstum im herkömmliche Sinn ausrichtet. Wir müssen im Gegenteil lernen all das los zulassen, was uns im Leben als Prothese und Schlüssel zum Erfolg diente. All das verliert seine Funktion und dies zu erkennen ist vielleicht der letzte Gewinn, den wir erleben.
Vielleicht gehen einige Menschen tatsächlich zum Hospiztag, um sich eine Ahnung davon zu holen wie es sein wird, sich demütig und ergeben vom Leben zu verabschieden. Jeder noch so kleine Schritt in dies unbekannte Gebiet ist eine persönliche Eroberung, der auch das Leben bereichert, weil er möglicherweise etwas von der nicht greifbaren Angst nimmt, die sonst unbemerkt auf uns wirkt.
Ein großer Teil der Anwesenden war jedoch mit dem Thema bereits vertraut, beruflich oder auch privat und ehrenamtlich engagiert mit dem Wunsch anderen Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein Mensch zu sein, sie nicht allein zu lassen, ihnen mit der möglichen Empathie eine Unterstützung sein zu können.
Weshalb war ich selbst dort? Nun, zunächst, weil ich als ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin von meiner Koordinatorin angefragt wurde, ob ich gemeinsam mit einer zweiten Ehrenamtlichen einen Workshop übernehmen könnte, in dem wir von unseren Erfahrungen berichten. Im Übrigen nicht wissend, dass Deutschland spielen würde, habe ich zugesagt. Aber auch um mir erneut ein Stück Sensibilität und Ehrfurcht vor dem hohen Thema zu erwerben. Denn natürlich spielt auch in meinem Leben der Gedanke an das Sterben nicht die primäre Rolle, zu sehr sind wir wohl darauf getrimmt zu (er)-leben und uns wird viel eher noch vermittelt, wie sich das Thema durch allerlei medizinische Raffinessen so weit wie möglich verschieben lässt. Und wenn ich zu einer Sterbebegleitung gerufen werde, bedeutet dies auch für mich, dass ich aus meinem Lebensfluss aussteigen muss und mir ein Gefühl dafür erarbeiten darf, was es ganz persönlich für diesen Menschen beinhaltet Lebewohl zu sagen und sich dem Sterben zuzuwenden.
Als man mich bat einen Bericht über den diesjährigen Hospiztag zu schreiben, traf mich zunächst ein spontaner Schreck, da ich mich angesichts des ungeheuer kompetenten, fachlich wie human geprägten und im Konzept völlig schlüssigen Vortrags von Frau Dr. Schubert, der sowohl Möglichkeiten wie Grenzen der allgemein zugänglichen spezialisierten Palliativversorgung umfasste, total außer Stande sah, dies in irgendeiner Form komprimiert und nachvollziehbar wiederzugeben.
Mit dem Hinweis, dass er für alle Anwesenden eine verständliche und lockere Einführung bedeutete, habe ich mir dies auch zu unterlassen erlaubt. Für alle Interessierten gibt es den Vortrag auf der Internetseite (www.hospizdienst-potsdam.de) nachzulesen.
In dem Workshop, den ich selbst besucht habe-über Palliativkultur in Pflegeheimen-, habe ich mich ob des Ortes ein wenig wie im Hörsaal für Studenten gefühlt und erinnerte mich an das Vorhaben, diese Thematik zukünftig auch angehenden Medizinern nahe zubringen.
Diese allmähliche Vernetzung ist ein langer, aber fruchtbarer Weg, um Sterben aus seiner Existenz als Randerscheinung herauszulösen.
Das gesellschaftliche und politische Augenmerk ist noch nicht auf unsere letzten Augenblicke gerichtet. Das könnte sich jedoch in Zeiten des demografischen Wandels ändern. Denn eine immer größer werdende Zahl der Menschen sieht sich -vielleicht auch zunehmend bewusster werdend- dem Lebensende gegenüber. Mit der dichteren Betroffenheit einer mehrheitlichen Schicht der Bevölkerung wächst vielleicht zwangsläufig die gesellschaftliche Aufmerksamkeit und das Gefühl für die Evidenz und Dringlichkeit für dieses Thema. Also beginnt jetzt der Moment, da wir die Möglichkeit zur Prägung einer ganz eigenen Kultur besitzen. Die Maßstäbe die, ausgehend von einer menschlich persönlichen Fähigkeit zur Sensibilität, letztlich zur gesellschaftlichen Norm entwickelt werden, geben wir an folgende Generationen weiter und pflanzen dort Selbstverständnis und endlich Tabulosigkeit. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die im Kleinen beginnt, und deren Geist man bei Treffen wie denen auf dem Hospiztag spürt, da dort konzentriert Menschen zusammentreffen , denen das Thema bewusst ist und am Herzen liegt.
In den Pausen luden verlockend duftende Kuchen und Kaffee zu Gesprächen und Austausch ein. Im Foyer konnte man sich wieder über verschiedene Angebote und Dienste informieren. Besonderes Interesse erlangte ein Stand , der selbst entworfene Trauerkunst anbot. Aus leichtem Holz gefertigte Bilder, die auch das plötzliche Fehlen eines Menschen unserer Mitte darstellen, geben Symbole Trost -da wo die Kraft der Worte endet.
Bei dem von mir mitgestalteten Workshop trafen wir auf Menschen unterschiedlichster Motivation. Für uns war dies eine sehr angenehme Runde, weil sich rasch ein anregender Austausch entwickelte, der auf Interesse basierte und auch Grundfragen menschlichen Könnens berührte.
Der lohnende Abschluss bildete ein Programm des Improvisationstheaters, welches unter Mitwirkung des Publikums aus dem Stegreif spielte, was zu allgemeiner Erheiterung beitrug. Rundum ein gelungener, gut vorbereiteter Tag.
Übrigens, Deutschland wurde bei der WM Dritter! Bleibt zu hoffen, dass Lebensende und Sterben bald auch eine ähnlich vordere Platzierung in unserem gesellschaftlichen Selbstverständnis erlangt.
Dem Sterben Leben geben
Titel nach dem gleichnamigen Buch von Monika Müller
7. Potsdamer Hospiztag
im Rahmen der 2. Brandenburgischen Hospizwoche
Der jährlich in Potsdam stattfindende Hospiztag wird immer schon von vielen haupt- und ehrenamtlich Tätigen und natürlich auch von sonst interessierten Menschen am Thema freudig erwartet.
Wir beginnen meist bereits im Herbst des Vorjahres uns im Vorbereitungsteam zu treffen. Wir, das sind die Mitarbeiterinnen der LAGO und die beiden Koordinatorinnen des Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Potsdam. Inzwischen haben wir schon eine gewisse „Routine“ im Planen und Aufgaben verteilen.
Das Buch von Monika Müller Dem Sterben Leben geben gehört zum festen Bestandteil der kleinen Bibliothek im Hospizbüro. Und als Titel für unsere geplante Veranstaltung erschien es uns sehr passend.
Es gelang uns auch Monika Müller für das Hauptreferat zu gewinnen. Monika Müller hat als Leiterin von ALPHA- Rheinland, der Ansprechstelle im Land Nordrhein-Westfalen zur Pflege Sterbender, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung in Bonn einen Namen in der „Hospizlandschaft“ und war bisher noch nicht in Potsdam zu hören.
Als dann zwei Tage vor dem Hospiztag die Nachricht kam, dass Monika Müller krank sei, und nicht kommen könne,
waren wir als Veranstalter schon sehr traurig. So werden wir wohl einen erneuten Versuch starten müssen,
Frau Müller nach Potsdam zu holen.
Der Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV) Benno Bolze hörte unseren Hilferuf und erklärte sich bereit, das Hauptreferat unter dem Titel:
Hospiz – Begegnung im Leben zu halten.
Herzlichen Dank für so viel Spontaneität!!!
So begann der Hospiztag am 19.Juni 2009 um 13.00 Uhr mit den Grußworten der Vertreter der Veranstalter,
für die LAGO Frau Dr. Karin Koch und für den Hospizdienst Potsdam Herr Frank Hohn. Herr Hohn nutzte die
Gelegenheit, um über das geplante stationäre Hospiz zu informieren. Die Hoffbauer-Stiftung und das
Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin werden gemeinsam ein stationäres Hospiz in Potsdam eröffnen.
Dazu wird ein Neubau auf der Insel Hermannswerder errichtet in dem 8 Gäste und ihre Angehörigen Platz finden werden.
Ab sofort werden überall in der Stadt Potsdam Fleyer verteilt, die über das geplante stationäre Hospiz
informieren und einen Spendenaufruf enthalten, da noch eine Lücke von 400 000 Euro zu schließen ist. Diese Fleyer,
die man am Motiv der Sonnenblumen erkennen kann, wurden beim Hospiztag erstmalig verteilt. Für die LAG Hospiz Brandenburg e.V.
sprach Herr Christian Schirmer und wies besonders auf die 2. Brandenburgische Hospizwoche hin. Weiterhin sprachen
Herr Thomas Barta für das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheít und Familie im Land Brandenburg
und Frau Elona Müller, Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit, Ordnung und Umweltschutz der Stadt Potsdam
sehr anerkennende und mut machende Grußworte.
Danach nahm uns Benno Bolze in seinen Ausführungen mit in verschiedene Situationen im Hospizbereich in denen Begegnung stattfindet. Er ging in seinem Vortrag auf die äußeren Rahmenbedingungen ein, die wir brauchen, um sterbenden und trauernden Menschen Annahme und Geborgenheit zu vermitteln und verlässliche Partner für sie sein zu können. Wenn wir sterbenden Menschen begegnen und sie begleiten, dann kommt es auch auf unsere innere Haltung an, auf die Liebe, Offenheit und Ehrlichkeit mit der wir ihnen begegnen.
Unter den 250 Teilnehmern herrschte in den Pausen eine fröhliche lockere Atmosphäre.
Viele Teilnehmer kommen jedes Jahr wieder und nutzen den Tag zur Begegnung und zum Austausch. Am Büchertisch und an den Ständen im Foyer konnten sich die Teilnehmer informieren, und miteinander ins Gespräch kommen.
In den angebotenen Workshops ging es dann um die Themen: Patientenverfügungen, Psychologische Schmerztherapie, Trauerbegleitung bei Kindern, stationäre Palliativmedizin, Kraftquellen, Poesietherapie und Musiktherapie.
Ein Workshop, den wir jedes Jahr im Programm haben, wird immer von ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen unseres Dienstes angeboten. Unter dem Motto - Begleiten heißt mitgehen - erzählen die Ehrenamtlichen von ihren Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen am Ende ihres Lebens. Gleichzeitig informieren sie über die Trauerangebote des Hospizdienstes in Potsdam und über den Vorbereitungskurs „Sterbende begleiten lernen“, der jedes Jahr angeboten wird.
Gegen 19.00 Uhr endete der 7.Potsdamer Hospiztag mit einem gemeinsamen Abschlusssingen im Foyer.
Heike Borchardt
Leiterin des Hospiz- und Palliativberatungsdienst Potsdam
www.hospizdienst-potsdam.de
www.hospiz-potsdam.de
6. Potsdamer Hospiztag
„Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel zu tun“
Bericht des 6. Hospiztages
5. Potsdamer Hospiztag „Trau dich zu trauern - Trauern gehört zum Leben.“
Die Veranstalter, die Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e.V. (LAGO)
und der Hospiz- und Palliativberatungsdienst Potsdam (HPP) haben zum 5. Potsdamer Hospiztag am
22. Juni eingeladen. Zum Hospiztag kamen über 400 Teilnehmer in das Tagungshaus BlauArt auf der
Insel Hermannswerder.
Hartmut Reimers, Vorsitzender der LAGO Brandenburg e.V. und Frank Hohn, Vorsitzender des Trägers
des Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Potsdam eröffneten den 5.Hospiztag in der Kirche auf
Hermannswerder. Besonders erwähnenswert ist das Grußwort von Elona Müller, Beigeordnete für Soziales,
Jugend, Gesundheit, Ordnung und Umweltschutz Potsdam, das mehrfach durch Beifall unterbrochen wurde.
Sie versprach, sich weiterhin für ein stationäres Hospiz in Potsdam einzusetzen. Als kleinen Erfolg
nannte sie die ab 2009 vom Klinikum „Ernst von Bergmann“ geplanten 10 Palliativbetten. Weiterhin
bedankte sie sich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und bei den Organisatoren des Nachmittages.

Zur Einstimmung spielte Sophia Altklug, alias Dr. Kristin Kunze „Die Spieldose - Wenn die Clownin
Trauer trägt“. Sie schilderte daran sehr eindrucksvoll den Eintritt ins Trauerland nach dem Tod
ihrer Mutter. Die verschiedenen Phasen und „Typen“ regten zum Nachdenken und manchmal auch zum Schmunzeln an.
In der Pause hatten alle Anwesenden die Möglichkeit sich am Kuchenbuffet zu stärken. Danach begannen
die einzelnen Workshops. Die Palette der Angebote war sehr vielfältig. Sie reichte von „Tut Sterben
eigentlich weh?“ bis „Traut mir auch was zu - Geschwister von krebskranken Kindern“.
Ich möchte als ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin von 2 Workshops berichten, die ich persönlich besucht habe.
Der erste Workshop behandelte das Thema „Trost will nicht die Trauer nehmen - Berichte aus der Trauerarbeit
des Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Potsdam“. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen berichteten
über ihre Arbeit und tauschten mit den TeilnehmerInnen Erfahrungen aus. Unter den Gästen waren auch
BesucherInnen aus dem Land Brandenburg. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde berichteten die beiden
Workshopleiterinnen über ihre Ausbildung und es entwickelte sich eine angeregte Diskussion.
Da viele der Anwesenden auch in ihrer Stadt ein Trauercafe planen, erkundigten sie sich nach den
Erfahrungen, die in Potsdam gemacht wurden und nach der Resonanz. Am Ende wurde ganz deutlich, wie
wichtig es ist, dass wir den Menschen die trauern unsere Hilfe anbieten.

Der zweite Workshop, befasste sich mit dem Thema „Ohnmacht und Machbarkeit in der Trauerarbeit“.
Er wurde von Petra Sigel geleitet, die hauptberuflich als Trauerbegleiterin arbeitet.
Sie stellte einige Thesen wie z.B. „Nur eine gesunde Trauer ist eine gute Trauer. Nichts
ist mehr so wie es einmal war.“ in den Raum und bat die Anwesenden sich in „Murmelgruppen“
zu diesen auszutauschen. Nach etwa 20 Minuten stellten die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse
vor. Die oben genannte These wurde unterschiedlich interpretiert. Was ist „gesunde“ Trauer?
Wer bestimmt, wie lange getrauert wird? Männer trauern anders als Frauen? Obwohl der Workshop
mit 40 Teilnehmern sehr gut besucht war, verstand es Frau Sigel hervorragend Regie zu führen.

G. S. ehrenamtliche Mitarbeiterin des HPP
4. Potsdamer Hospiztag Kommunikation am
Lebensende – den letzten Weg (mit)gehen 16. Juni 2006, 14-19 Uhr,
Malteser Treffpunkt Freizeit
„Alle Jahre wieder, aber jedes Jahr anders, und jedes Jahr
unvergleichlich! Der Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche als
Moderator, der immer passende Worte findet, unsere
Sozialbeigeordnete Elona Müller, die uns versprochen hat, nicht
abzulassen von ihrem Bemühen um ein stationäres Hospiz in Potsdam,
und dann der große Vortrag von Edlef Bucka-Lassen, Arzt und
Schriftsteller aus Dänemark, zum Thema „Das schwere Gespräch“.
Gemeint war das Gespräch zwischen Arzt und Patient, worin dem
Patienten mitgeteilt wird, dass er an einer unheilbaren und
existentiellen Krankheit leidet. Wie kann ein solches Gespräch
geführt werden, was muss bedacht sein, was muss der Arzt tun, was
darf er nicht tun, wie bereitet er sich vor – am Ende haben wir
sicherlich alle gedacht; ‚Wenn wir soweit sind, wünschen wir uns
einen solchen Arzt mit so viel Empathie und Liebe!“ – so
beschreibt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des EAHP den
Hospiztag.

Zum nunmehr bereits 4. Potsdamer Hospiztag trafen sich etwa 250
TeilnehmerInnen, ehrenamtliche HospizmitarbeiterInnen aus Potsdam
und Umgebung, sowie MitarbeiterInnen aus Medizin und Pflege und
interessierte Menschen aus der Bevölkerung im Potsdamer Malteser
Treffpunkt Freizeit. Der große Andrang zeigt, dass wir richtig
liegen, jedes Jahr so eine Veranstaltung zum Austausch und zur
Information anzubieten.
Der Hospiztag wird jedes Jahr gemeinsam von der
Landesarbeitsgemeinschaft onkologische Versorgung Brandenburg e.V.
und dem Ehrenamtlichen Ambulanten Hospizdienst Potsdam vorbereitet
und durchgeführt. Die Kommunikation am Lebensende als zentrales
Thema zog sich auch durch die anschließenden 8 Workshops. So
berichteten 3 ehrennamtliche MitarbeiterInnen des Potsdamer
Hospizdienstes über ihre Erfahrungen in der Sterbebegleitung.
Weitere Workshops zu den Themen: Kommunikation mit Angehörigen,
Möglichkeiten der Physiotherapie in der Palliativmedizin,
Palliativmedizin und Palliative Care, Jüdische Sterbekultur in
Brandenburg und Umgang mit der Angst wurden angeboten. Herr
Bucka-Lassen leitete einen Workshop der sich weiter mit dem
„schweren Gespräch“ beschäftigte.

In den Pausen war Gelegenheit, sich
mit selbstgebackenem Kuchen zu stärken und an einem Büchertisch noch
geistige Nahrung mit nach Hause zu nehmen.
Wenn es zwar in erster Linie um die
Kommunikation zwischen Betroffenen und den haupt- und ehrenamtlichen
Begleitern ging, ist doch jedes Jahr ein wichtiger Aspekt des
Hospiztages die Kommunikation und Zusammenarbeit der Vertreter aus
Medizin und Pflege, um die Situation der schwerkranken und
sterbenden Menschen in der Stadt Potsdam zu verbessern. Mit dem
Hospiztag gelingt es uns wirklich, die anderen Partner wahrzunehmen
und unsere Angebote zu vernetzen.
Zum Ausklang spielte die Theatergruppe der Caritas-Hospizdienste
szenische Collagen zum Umgang mit dem Thema Tod und Sterben in
alltäglichen Situationen. Während draußen das lang erwartete
Sommergewitter niederging, gab es eine Stunde lang Heiteres und
Besinnliches. Als alle hinaustraten, schien aber bereits wieder die
Sonne!

Heike Borchardt Verantwortliche Koordinatorin des EAHP
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